Kontinuität als „Wert im Wandel“ begreifen – Das war das Credo unseres hochgeschätzten Altherrenvorstandes, der sich bei der alljährlichen Bestätigung seines Tuns und Treibens (Fachjargon: GV/GC) von Schürch v/o Tresor verabschieden musste. Als aufstrebender Hoffnungsträger aus den jugendlichen Nachwuchskreisen der Altherrenschaft wurde Hildenbrand v/o Xenon berufen, der sich nun namens des Vorstandes um das Mentoring bemühen wird. Die Aktivitas freut sich für und über Xenon und wünscht ihm in seinem neuen Amte, sowie allen Weiteren, die der ambitionierte Mandatsträger noch anstreben möchte, von Herzen alles Gute!

Der Wert rosa (an sich) – Wer eine so schöne Farbe hat wie die Kyburger, müsste sich schon allein aus ästhetischen Gründen eigentlich immer mit Mütze und Band schmücken. Aus Mitgefühl gegenüber Gestalten (beiderlei Geschlechts), die sich in Zürich mit orange, weinrot oder ähnlich albernen, geradezu peinlichen Verfehlungen menschlichen Geschmacks zeigen müssen, schränken wir den Gebrauch unserer Farben demütig und dem Komment folgend ein.
Für einmal aber konnten wir im März ganz offiziell, rosa bekrönt, Universität und ETH anlässlich des Swiss Couleur Day (für solche, die ihren vermeintlichen Modernismus nicht ganz so billig zur Schau stellen möchten und Freunde der Zungenbrecherkultur: Schweizerischer Farbentragtag) auf ihre besten Kunden aufmerksam machen: Den Langzeitstudenten, der, mit Heinrich Mann gesprochen, noch die Hauptsache am Studium zu pflegen versteht.

Den Wert virtus lebt der brave StVer primär aus seiner christlichen Haltung heraus, könnte der naive Autor denken. Für die Kyburger, freilich, trifft dies auch zu. Und so verbrachte ein solcher das Fest der Auferstehung Christi in stiller Kontemplation. Die besonders Frommen aus der Zürcher Eliteeinheit trieben es mit dem (inneren) Einkehren noch weiter und begaben sich anlässlich des Ferienstamms zu gemeinsamen Exerzitien ans Zürich Bier Festival. Die Resultate ihrer Meditationen und Gebete sollen zusammen mit den gesammelten Erlebnissen beim gemeinschaftlichen Rosenkranz im März anlässlich der Schlussmesse präsentiert werden.

Der Wert amicitiaWer aufmerksam die Debatte im Zentral – – verein verfolgt oder den wöchentlichen Ausbrüchen burggräflicher Eloquenz mit Herz, Sinn und Verstand folgt, wird es bereits bemerkt haben: Weil wir überzeugte und begeisterte StVer sind, leben wir die Devise und halten uns dabei nicht mit der Produktion von Schriften für Archive, Profilneurotiker oder das ewige Vergessen auf. Am vergangenen Wochenende trafen wir uns also mit den Neu-Romanen auf halbem Weg zwischen Fribourg und Zürich um dort, in Frutigen, das alljährliche Fest unserer Freundschaft „Buurebund“ zu begehen; uns einzureden, dass ein Haufen Zürcher Studenten in Edelweißhemden Bauern sein sollen und abermals bei der Stafette die Glocke für uns zu gewinnen. Sie steht dem Burggrafen ganz ausgezeichnet.

Der Wert patria gehört zwar nicht zur Devise des StV, jedoch steht so viel dazu im Jahrhundertpapier des Zentralkomitees, dass wir uns auch dessen annehmen sollten: Wie jedes Jahr versammelten sich die Kyburger in der Rheinfelder Bierhalle, um ihrer geliebten Studienstadt mit einer zünftigen Huldigung ihres schönsten Feiertages zu schmeicheln. Während lokale und nationale Größen in einem Gewand, das dem eines Muezzins (getreu der Verfassung, freilich, seines Minarettes beraubt) durchaus ähnelt, auf Kamelen um einen brennenden Dornbusch herumreiten, für den sie sich selbst gelegentlich halten, warten wir im Lokal einer anderen Platzverbindung darauf, dass unser Böögg platzt. Viel sinnvolleres passiert in diesen Hallen sonst auch nicht – auf einen schönen Sommer!

Ob das politische Engagement ein Wert für sich ist oder zu virtus gehören soll ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht basisdemokratisch entschieden. In jedem Falle aber sind wir auch hier ganz vorne mit dabei, wenn wir uns anlässlich des Blockkommerses mit unseren elitären Freunden aus der übrigen Schweiz treffen, um Wohl und Wehe des Zentral – – Vereins nicht in die falsche Bahn laufen zu lassen, Kurskorrekturen zu diskutieren und kluge Ideen am richtigen Ohr zu platzieren. Nachdem unser Nachwuchs, soweit vorhanden, ein Wochenende lang fleißig das hochklassige Netzwerk pflegen konnte, stoßen wir am Abend des letzten Tages dazu, um dem jugendlichen Übermut den Feinschliff zu verpassen und die Energie dorthin zu lenken, wo sie ihre einzig wahre Bestimmung findet: Im Engagement für die eigene Sektion.

Über den Wert scientia haben wir, obwohl wir Kyburger im Studium (ausweislich dieser Website) überdurchschnittlich reüssieren, noch gar nicht gesprochen. Der härtesten, schwersten und wichtigsten aller akademischen Prüfungen stellen sich am BC Burschenexamen gleich drei junge Knappen, die anlässlich des Burschifikationskommerses am Vorabend unseres Balles – in Anwesenheit der geladenen StV-Peerage – zu Rittern geschlagen werden möchten. Eine Woche später dürfen diese Lichtgestalten dem erwartungs- und hoffnungsvollen Nachwuchs der Commercia Schaffhausen in der ihnen nun verliehenen Pracht und Würde demonstrieren, was einen Kyburger ausmacht — und weshalb es durchaus lohnen kann, sich die Bürde der hier beschriebenen Werte freiwillig und für ein ganzes Leben aufzuerlegen.

Tapfer und Treu!