Mit der Schließung von Uni und ETH für das laufende Frühjahrssemester 2020 ergibt sich auch für Turicer und andere Reförmler eine willkommene Gelegenheit, endlich mal zuhause zu bleiben, sich im Selbstmitleid  suhlen zu dürfen und nicht trinken zu müssen.
Für rosa Helden hingegen bleibt weder Zeit für Trübsal noch für Selbstmitleid ob der neuerdings eintretenden alternativen Situation: Die fleißigen Studenten erbringen die gewohnten akademischen Höchstleistungen von Zuhause, die Prüflinge bereiten sich auf das Burschenexamen vor und das im Exil befindliche Komitee lässt nichts ungeschehen, um bald wieder die alleinige Macht über das Geschehen der rosa Engelschöre in den Händen zu halten – Hoffnung naht!
Ein erstes Lebenszeichen der tapferen Träger des rosa Banners war der einberufene Online-Stamm am vergangenen Donnerstag, der mit über 20 Kyburgern, teils in charmanter Begleitung von Weib, Kind oder ähnlichem, ein erster voller Erfolg war. So sah man Gesichter in altbekannter Schönheit, die aus ganz Europa zu diesem ungewohnten Format zugeschaltet waren und sich im edlen Geiste des Trinkzwangs um den schönsten Tisch der Welt, rund wie so mancher Aktive, versammelten. Die virtuelle Versammlung war nicht nur eine willkommene Abwechslung von Home-Office und Selbststudium, sondern auch ein voller Erfolg der von den Öffnungszeiten der Linde gänzlich unberührt noch länger ging als so mancher regulärer Stamm.
Auch für die nächsten Wochen plant die geminitische Exilregierung eifrig an Möglichkeiten, den unverwüstlichen Geist der Lebensfreundschaft, der uns Kyburgern eigen ist, mit den Segnungen des digitalen Zeitalters weiter aufblühen zu lassen.
Mit einem Dank an alle Ärzte und Helfer in diesen Tagen rufen auch wir am vierten Fastensonntag Laetare zum Verzicht auf: Nicht etwa zu dem auf Alkohol, kulinarische Freuden oder gar Bier – sondern zum Verzicht auf Ausgang, Realpräsenz in der Linde und Lindenbier. Mit anderen Worten: Bleib mal zuhause – nur da ist Online-Stamm (frei nach alt-Burggraf Maurer v/o Sinus).

Tapfer und Treu!

(Bild: Auch die Vindeliker kamen schon zu Besuch – sowie Kyburger aus ganz Europa)