Das erste Mal

03.06.2021 - Felix A. Kuhn v/o Gandhi

 

Das Jahr 1968, so erzählen es die Annalen der Verbindung, war aus vielerlei Gründen ein kritisches Jahr für jeden aufrechten Couleuriker: Der StV nahm plötzlich auch Menschen anderen Geschlechts in die Reihen seiner Mitglieder auf. Ohnehin waren die politischen Zeichen nicht die fröhlichsten für das Couleurstudentenwesen. Und zu guter Letzt endete in Oerlikon eine fromme Tradition der rosa Ritter: Die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession der Herz-Jesu Gemeinde.

53 Jahre später hingegen haben sich die Dinge in Teilen zum Guten gewandt: 

Den Block gibt es, allen Widrigkeiten zum Trotz, noch immer –  als ein Hort derer, die noch "denken, wie einst die Väter dachten". 

Die Angehörigen des schönen Geschlechts erhalten von uns ein artgerechtes, eigenes Band und sind als Couleurdamen stets willkommen.

Und vermutlich in keinem Jahr seit 1968 haben die Kyburger das Hochfest "Sollemnitas Sanctissimi Corporis et Sanguinis Christi", wie Fronleichnam eigentlich heißt, inniger begangen als 2021. Nach einer langen Zeit der pandemiebedingten Distanz zum rosa Nabel der Welt kehren sie zurück, um beim ersten offiziellen Ferienstamm – apropos: Ein neues Komitee wurde gewählt und einen Ferienkomissär haben wir auch, um dem Stammtisch in der Linde wieder neues Leben einzuhauchen. Gaude(a)mus igitur!

 

Auch wenn unsere ausführlichen Berichte in der CIVITAS, dem Bijou des helvetisch-studentischen Investigativjournalismus', es nicht unbedingt immer vermuten ließen: Trotz des bekrönten Virus' waren wir in der Zwischenzeit nicht ganz untätig. Mit Bravour bestand Hidber v/o Spott das Burschenexamen und die darauffolgende Scheißfuxenzeit, in welcher er sein mühevoll erlerntes Wissen in der Theorie um einen praktischen Aspekt erweitern konnte. Bei der Burschifikation, die ebenfalls ganz im Zeichen der Zeit stand, gab AH Dr. Fondermann v/o Attacke ihm und der versammelten sowie der zugeschalteten Corona wertvolle Impulse mit auf den Weg und betonte insbesondere, dass seine Entwicklung zum Burschen und vollwertigen Kyburger nun keineswegs vollendet sei, sondern viel mehr gerade erst begonnen habe – was sich mit des Neoburschen Wahl zum Ferienkomissär in den nun begonnenen Sommerferien direkt als wahr erweisen sollte.

 

Mit dem Abschluss des vergangenen Semesters am Dienstag der 9. Woche im Jahreskreis wurden auch Vollenweider v/o Taifun und sein Komitee dechargiert, denen auch an dieser Stelle ein großer Dank für die geleisteten Dienste ausgesprochen sei. Er übergibt nach den Ferien den Staffelstab an seinen vormaligen Kantzler, unseren Legaten aus dem Erzbistum Vaduz, Marock v/o Souverän, der sich als Komitee eine aufregende Mischung aus Jugend und Erfahrung zusammengestellt hat. Neben Hidber v/o Spott, der das Organisationstalent aus seiner Zeit als Ferienkomissär und sein am Bankenplatz Zürich erprobtes Wissen um die hohe Kunst der doppelten Buchführung als Schatzmeyster einbringt, erhalten auch die beiden Jungspunde Kuhn v/o Gandhi als Kantzler und Unbekannt v/o Unknown als Knappenmeyster die einmalige Gelegenheit, ihre Fähigkeiten in Sprache und Pädagogik unter Beweis zu stellen.

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne, spricht der Dichter – und ganz besonders freut sich das Komitee und mit ihm die ganze Kyburgerschar auf diesen Neubeginn im Herbst nach dem Zentralfest: Auf ein Semester, in dem Gespräche über neue Mutanten, magistrale Pressekonferenzen und gesetzliche Rahmenbedingungen für Anlässe vielleicht einfach zu ungeliebten Erinnerungen und auf jeden Fall aber Vergangenheit werden dürfen – und auf ein Semester, in dem wir das, was wir in den letzten Monaten so schmerzlich vermisst haben, endlich wieder erleben dürfen: täglichen Stamm, das Pflegen unserer Freundschaften und gemeinsame Anlässe in Zürich sowie in der ganzen Welt!

Tapfer und Treu!

 

(Abbildung: Symbolbild, Futur II zu "Vergangenheit sein")