Der diesjährige Chlauskommers soll uns noch lange in Erinnerung bleiben. Der Tag fing kurz nach Mittag höchst erfreulich mit der Ankunft unserer österreichischen Bundesbrüder, den Vindelikern, an. Während eine Willkommensdelegation der Kyburger unsere Gäste auf althergebrachte Weise durch Zürich führte, war die restliche Aktivitas fleißig mit den Vorbereitungen des Anlasses beschäftigt. Gegen Abend durften wir dann weitere Couleurfreunde aus nah und fern für ein gemeinsames Nachtessen begrüßen.
Der Kommers fing pünktlich zur Stunde um 19:30 Uhr an. Neben den drei schönsten Männern, die Zürich an jenem Abend zu bieten hatte und die eigens zu diesem Anlass in festliches rosarot gekleidet waren, erwiesen uns, ebenfalls in adrettem Farbensemble, sowohl die Vindelicia unter Koller v/o Vash als auch die Abbatia Wilensis unter Jakob v/o Takara die Ehre und chargieren anlässlich des fünften feierlichen Chlauskommerses an unserer Seite.
Mit Verabschiedung aus dem Stall durch den vom hohen Knappenmeyster Ringeisen v/o C++ starteten wir mit der Promotion zum Burschentum von unseren Scheißfuxen Maurer v/o Sinus und Mauri v/o Sold. Danach durfte der hohe Altherr Niederberger v/o Kampf mit einer feurigen Rede uns und unsere inneren Prinzessinen belehren, was es heißt, Kyburgerbursche zu sein. Angemessen beeindruckt von den ernsten und eindringlichen Worten des Altherren und beglückt von ihrem vorerst letzten Zweifachen knieten die beiden nieder und wurden vom Burggrafen in den Burschenstand erhoben.
Nachdem sie durch die Corona die angemessenen Glückwünsche und Ehrbezeugungen erhalten hatten, begann der heitere Teil des Abends: Geschenke. Hierbei wurden wir von unserer lieben Patenverbindung aus Innsbruck gleich dreifach beschenkt. Als Zeichen der innigen Freundschaft zwischen unseren Verbindungen überreichten wir uns gegenseitig ein zweifarbiges Rapier für gemeinsame Anlässe. Damit nicht genug überreichten uns die Vindeliker auch noch eine Sammlung echter Vindelikerkarten für das ein oder andere feuchtfröhliche Spiel am Stamm – und beschenkten uns mit einer fabelhaften Rede eines echten Chlauskommers-Veteranen. Mit Charme, Witz und auf allerhöchstem Niveau unterhielt uns Valentin Umlauft v/o Pink Floyd mit einer Würdigung der gemeinsamen Freundschaft, der jeweiligen Verdienste unserer beider Heimatländer und des intensiven Austauschs, den wir so gerne pflegen.
Das Hochfest der couleurstudentischen Lyrik wurde fortgesetzt bei der Zelebration des Chlaus, der ohne Rücksicht auf Verluste und mit Verweis auf die mangelnden Kündigungsmöglichkeiten des Prinzips Lebensfreundschaft das Jahr aus der Sicht einiger ausgewählter Kyburger Revue passieren ließ. Vom Scheißfuxen bis hin zu den höchsten Würdenträgern der Altherrenschaft wurden Vertreter jeder Altersstufe in angemessener und würdiger Form auf ihre Stärken und Schwächen hingewiesen.
Zum Mitternachtsmahl gab es Hot Dogs, serviert von unseren fürsorglichen Fuxen, bevor die Linde langsam ihre Tore schloss. Eine festwütige Meute zog noch weiter ins Niederdorf, um den feierlichen Abend gediegen in den einschlägigen, wohlbekannten Etablissements ausklingen zu lassen, in denen das Personal einige Akteure in rosa fast ebensogut kennt wie in der Linde. Und so behalten wir den Höhepunkt dieses Semesters, ja einen der besten Chlauskommerse überhaupt, als rauschendes, nie enden wollendes Hochamt des Couleurstudententums in Erinnerung.
Nur zwei Wochen später versammelte sich die Kyburgerschar, dieses Mal in Begleitung der Damen, für die Weihnachtsfeier. Die heilige Messe wurde gelesen von unserem Uniseelsorger Franz-Xaver Hiestand SJ v/o Mentor und musikalisch umrahmt von unserem Gemsch v/o Tenno an der Orgel sowie Katharina Wälchli (Frau Echo) am Cello, welche gemeinsam mit ihrem Celloquartett auch bei der Weihnachtsfeier für den festlichen Rahmen sorgte.
Nach einem Apero im Restaurant Belvoirpark und dem festlichen Viergänger ebendort gaben uns Festredner, Kanonikus, Offizial und Bischofsvikar Msgr. Dr. Dr. Joseph Bonnemain aus Chur sowie Altherrenpräsident Schmid v/o Woo-Doo einige Impulse mit auf dem Weg, wie wir die Weihnachtszeit ein wenig bewusster als sonst begehen können. Auch dieser Anlass klang für einige Kyburger noch im vertrauten Rahmen des Niederdorfs aus.
Ein letztes Mal treffen sich die Kyburger in diesem Jahr am morgigen Donnerstag, dem 20. Dezember 2018 zum Altherrenstamm in der Linde.
Und so wünschen wir allen Kyburgern, Freunden und Verwandten von Herzen eine fröhliche, gesegnete Weihnacht und alles Gute auch im neuen Jahr.
Tapfer und Treu!
Colin Gross v/o Still und Felix Kuhn v/o Gandhi