Um allen verlorenen und orientierungslosen Schafen die Orientierung zurück zur Herde zu erleichtern, wiederholen wir an dieser Stelle kurz das Wichtigste zum Chlauskommers:

Ab Mittag ziehen einige Kyburger mit den Gästen aus nah und fern durch die Stadt, um mit ihrem geliebten Zürich ein wenig anzugeben.

Ab 18.00 st wird das Essen ausgeteilt. Ganz gleich, ob das vorbestellte Menu oder etwas anderes aus der Lindenküche genossen werden soll: Spätestens jetzt sollte sich der Kommersbesucher noch für die kommenden Stunden mit einer ordentlichen Mahlzeit stärken.

Um 19.30 st beginnt mit dem ersten Schlag der fünfte, festliche Chlauskommers im Zunftsaal. Wer nach 19.00 dort eintrifft, ist zu spät (tatsächlich!) und herzlich zu einer „freiwilligen“ Fassspende aufgerufen.

Nach Ende des Kommerses zieht der feierwütige Teil der Gäste weiter ins Niederdorf, um im Nachtflug und weiteren wohlbekannten Etablissements den Abend zünftig ausklingen zu lassen.

Was für ein Semester! Der Nebel, der uns aus dem verregneten Engelberg in den Köpfen noch bis nach Zürich begleitete, hatte sich kaum gelichtet als sich der rosa Vorhang bereits für den nächsten Akt öffnen sollte: Der Innerschweizer Burggraf Pfeifhofer v/o Geminus hat mit dem Beginn des Herbstsemesters das Geschick der Verbindung in seine Hände genommen, um die Aktivitas nach seinem Willen und zum Wohle der Welt zu formen.

Gemeinsam mit seinen Conchargen, dem Neoburschen und Schatzmeyster Tribelhorn v/o Objektiv, dem erfahrenen Veteranen und Kantzler Vollenweider v/o Thaifun sowie Knappenmeyster Ringeisen v/o C++ konnte er bereits jetzt eine erfolgreiche Zwischenbilanz ziehen. Traditionsgemäß zelebrierte der Universitätsseelsorger Hiestand SJ v/o Mentor für uns die Messe, um uns für das folgende Semester einige Fragen mit auf den Weg zu geben, mit denen uns die Orientierung im Alltag von Uni, Poly und Linde ein wenig leichter fallen kann.

Zur offenen Vorstandssitzung in diesem Jahr lud uns der Altherrenvorstand in die Gaststätte Ziegelhütte im Zürcher Nobelviertel ein, wo nach einer ausgiebigen Diskussion der Abend noch in gemütlicher Runde ausklingen konnte.

Schon in den ersten Wochen durfte der BC vier vielversprechenden Jungakademikern das rosa-grüne Fuxenband umlegen und die hoffnungsvollen Knappen im Kreis der rosa Ritterschar begrüßen. Von Herzen wünschen wir Gross v/o Stau, auf der Maur v/o Fonte, Hidber iv/o Sporthoffnig und Marock iv/o Wendesüfer eine gute Zeit im Stall und heißen sie in der Verbindung willkommen. Von diesen leuchtenden Vorbildern beeindruckt, entschloss sich mit Raffaele Zenklusen auch ein fünfter Anwärter, dem tugendsamen Pfad in die Linde zu folgen und sich dort häuslich einzurichten. Herzlichen Glückwunsch zu dieser weisen Entscheidung!

Die Tinte auf den Protokollen war kaum getrocknet, da drängte es den im Dienst des Volkes stehenden Fuxen Mauri v/o Sold bereits vor den BC, um dort sein Unwissen über Geschichte und Geschicke der Verbindung zum Besten zu geben. Eiserne Disziplin wird schließlich auch bei uns belohnt und so befindet sich der Fux, zunächst alleine und weit fern der goldenen Türme der kleinen Kyburg, im Stand des andauernden Zweifachen.

Weil unserem Burggrafen der Gesamtverein ganz besonders am Herzen liegt, sorgt er sich mit geradezu übermenschlichem Einsatz auch um die Mittelschulverbindungen und pflegt fürsorglichen Kontakt mit deren Superiores. In diesem Geiste stattete die Aktivitas außer ihrer Patenverbindung in Wil gleich zwei Verbindungen im Heimatkanton des Burggrafen einen Besuch ab, um auch dort die Verbindungen nicht abbrechen zu lassen. Sogar bis ins ferne Wallis reisten einige Kyburger um dort mit der Sectio Brigensis deren großes Jubiläum zu feiern. Besonders der hohe Kantzler, berichtet man, sei mit leuchtenden Augen durch seinen Lieblingskanton gewandert.

Freudig blicken wir auf all das, was da noch kommen mag: Nach einem Dreifärber mit unserer Patenverbindung, der Turania Winterthur, und unseren bäuerlichen Freunden aus dem Westen bereiten wir uns Schritt für Schritt auf das Semesterhighlight vor: Am zweitletzten BC/AC wird schließlich nicht nur ein vielversprechender Nachfolger für den Burggrafen gewählt, sondern auch einem weiteren Fuxen sein Wissen um Verbindung und Verband abgenommen, damit wir mit Sold und Sinus zwei weitere Hoffnungsträger in den Salon aufnehmen können, die uns mit jugendlichem Elan und Ideen aus gänzlich fremden Kulturkreisen für die nächsten Semester an der Hand nehmen werden.

Wie jedes Jahr freuen wir uns auf den Besuch unserer Patronatsverbindung, der AV Vindelicia aus Innsbruck, die sich mit ganzen 15 Aktiven angekündigt haben und sogar noch teils ihre Damen mitbringen, um diesen nicht nur die schöne Limmatstadt, sondern – wer könnte es ihnen verdenken! – auch das beste Restaurant der Stadt und ihre tollen rosa Schweizer Freunde zeigen. Gemeinsam mit ihnen und unseren anderen Gästen aus allen Regionen der Schweiz feiern wir nun zum fünften Mal den Chlauskommers in der Linde.
Besinnlich wie eh und je stimmen wir uns damit auf die Adventszeit ein, in der wir uns mithilfe der exquisiten Beleuchtung unserer Hausnachbarn, einer erhellenden Rorate und einer rauschenden Kyburger-Weihnachtsfeier im Belvoirpark auf die heilige Weihnacht vorbereiten.

Tapfer und Treu!

Während noch die letzten Jünger der Scientia, darunter auch einige Vertreter der rosafarbenen Elite aus der Linde Oberstraß, mit allerletzter Kraft intellektuelle Hochleistung vollbringen und vor lauter Freude an der Wissenschaft noch gar nicht an anderes denken wollen, lassen wir die Ferien kurz Revue passieren.

Kaum hatte der hünenhafte Kyburgerkönig aus dem Aargau den Staffelstab an Derendinger v/o Zorro weitergegeben, begab sich eine stattliche Anzahl Kyburger nach dem wunderschönen Tirol, um dort mit unseren guten Freunden e/v AV Vindelicia ihr Stiftungsfest zu feiern. Die rosafarbenen Farbenbrüder in Innsbruck wagten in diesem Jahr ein Experiment und verzichteten auf das den Kyburgern so lieb gewordene Spanferkel – vermochten es jedoch mühelos, die verblüfften Zürcher Helden mit Zillertaler Bier und dem den Vindelikern eigenen Charme wieder aufzufangen und das Stiftungsfest abermals zu einem rauschenden Erfolg werden zu lassen.

Um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, die die Kyburger an ihr akademisches Niveau haben, zogen sie sich im Anschluss an das Festwochenende in der Tiroler Hauptstadt in ihre Studierkammern zurück und krochen nur zum wöchentlichen Donnerstagsstamm aus ihren Löchern hervor, zurück in den nährenden Schoß von Mutter Linde, ihr Lernen unterbrechend: Anspruch, nämlich, verpflichtet!

Auch die (gefühlt) jungen Altherren ließen es sich nicht nehmen, den akademischen Nachwuchs anlässlich eines gut besuchten Juli-AH-Stammes im Kräutergarten noch einmal für die bevorstehenden Examina anzufeuern. Mögen ihre guten Wünsche Wirkung zeigen!

Um ein denkwürdiges Jubiläum zu feiern, lud am vorletzten Stamm vor dem Zentralfest in Engelberg AH Holenstein v/o Schüst an den runden Tisch, den Nabel unserer Welt. Hier versammelten sich zahlreiche Kyburger, ja sogar ein Mitglied aus dem künftigen CC war zugegen, um anlässlich der Feier von Schüst einen Biercup auszutragen. Alt und Jung maßen sich, um zu Ehren des Gefeierten einen würdigen Wettkampf auszutragen. Sieger dieser noblen Sportveranstaltung wurde nach einem harten Ringen in vier Runden Camenzind v/o Panda.

Und noch während wir die letzten an den beiden Zürcher Hochschulen verbliebenen Musterschüler (oder unsere Exilanten in fernen Landen) mit unseren Gebeten und guten Wünschen durch ihre letzten Prüfungen begleiten, rüstet sich der Ferienkomissär mit seinem motivierten Team für das anstehende Zentralfest in Engelberg. Das Stammmobiliar wird verladen, unser Revier am Fuße des Titlis ist so gut wie markiert – und doch treffen wir uns noch ein letztes Mal vor dem großen Wochenende am Donnerstag zum letzten Ferien-Altherrenstamm in der Linde Oberstraß.

Am Zentralfest selbst ehren wir unsere StV-Veteranen Bauer v/o Ovid, Meier v/o Duschter sowie die beiden altAHP Zweifel v/o Phag und Holenstein v/o Guss am Samstag um 17:00 im Barocksaal des Klosters Engelberg, nur drei Stunden später beginnt das Aufstellen zum Fackelumzug (20:00). Die frommen Kyburger treffen sich am Sonntag um 09:30 in der Klosterkirche zur Messe, die weniger frommen stoßen spätestens zur Besammlung zum Festumzug um 13:30 hinzu.

Allen Kyburgern und ihren Familien wünschen wir ein frohes Zentralfest – Tapfer und Treu!

In Champagnerlaune durften wir das Semester beenden, mit der Hymne des Friedens und der Freundschaft dem Burggrafen res. gewidmet, möchte ich die Ära Goliats des Großen beschließen.

FREUDE, SCHÖNER GÖTTERFUNKEN, TÖCHTER AUS ELYSIUM. WIR BETRETEN FEUERTRUNKEN, HIMMLISCHE, DEIN HEILIGTUM!

Freudig (ob wirklich auch von Feuer trunken, sei dahingestellt) blickten uns zwei strahlende Ritter in rosa am Burschifikationskommers entgegen, als sie aus des Burggrafen Hand das dreifarbige Burschenband empfingen und unter Jubel mit den Glückwünschen aller Anwesenden in ihr persönliches Elysium, den Burschensalon, aufgenommen wurden.
Aus dem In- und Ausland waren Freunde und Lebensfreunde angereist, um diesen besonderen Moment der beiden ehemaligen Scheißfuxen Pfeifhofer v/o Geminus und Tribelhorn v/o Objektiv mitzuerleben.
Im festlichen Ambiente des Zunftsaals wurde ihnen, bekränzt von Ruhm und Ehre der tapfer durchlebten Scheißfuxenzeit, die höchste aller studentischen Ehrungen zuteil. Nach dem festlichen Teil durften sie erstmals ihre nun offiziell zertifizierten Führungsqualitäten unter Beweis stellen und den Kommers zu einem würdigen Ende führen. Der harte Kern der versammelten Festgemeinde begrüßte den herannahenden Ball noch in den frühen Morgenstunden mit einer Ode an eine auf Ogygia (Ὠγυγίη) lebende Meernymphe, die sich zu Studienzwecken seit einigen Jahren im Niederdorf aufhält.

WEM DER GROẞE WURF GELUNGEN, EINES FREUNDES FREUND ZU SEIN

Schon am Burschifikationskommers ließ sich erahnen, dass die hohe Zahl der durchaus reizenden Gäste aus Wil nicht allein dem Zufall oder dem allseits bekannten Charme des Burggrafen und seiner Begeisterung für den SchwStV zu verdanken war.
Nur wenig später beschloss der Aktivenconvent, die GV Abbatia Wilensis, die uns bereits in den vergangenen Semestern und Jahren in besonderer Freundschaft zugetan war, als unsere rechtmäßige Patenverbindung annehmen zu wollen. Wir freuen uns über diese formelle Anerkennung der langjährigen und auf vielen persönlichen Ebenen gefestigten Freundschaft und blicken einer gemeinsamen Zukunft mit Wonne entgegen!

WER EIN HOLDES WEIB ERRUNGEN, MISCHE SEINEN JUBEL EIN

Hold waren sie in der Tat – und noch strahlender als die beiden Neoburschen am Vortag: unsere lieben Kyburgerdamen, die wir zum festlichen Ball im Lakeside am Zürichhorn ausführen durften. Mit traumhaftem Blick über den sonnenbeschienenen See und auf die jenseits dieses Gewässers ersichtliche Silhouette eines namhaften mitteleuropäischen Felsmassivs konnten wir, gestärkt vom Galadiner und den dazu gereichten Lebenselixieren, mit unseren Tanzkünsten sowohl unsere Damen als auch die Kapelle begeistern, die für uns bis zwei Uhr in der Nacht mit Foxtrott, Rumba und Walzerklängen das Parkett zur Tanzfläche verwandelten.
Am nächsten Morgen trafen sich die erwachten Kyburger mit ihren Begleitungen in jugendlicher Frische (wenngleich in deutlich reduzierter Zahl) im Restaurant des Kunsthauses, um bei einem Proseccofrühstück den Pegel wieder auf ein gesundes Maß zu eichen und die am Ball begonnenen Diskussionen über Leben, Liebe und Tod zu vertiefen. Wer nach diesem philosophischen Anlass, der fast als WAC bezeichnet werden darf, die Kyburger noch als Bauern bezeichnet, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen: Das war Scientia-Förderung durch den Burggrafen vom Feinsten!

GÖTTERN KANN MAN NICHT VERGELTEN / SCHÖN IST’S, IHNEN GLEICH ZU SEYN

Nicht nur weil wir diese außergewöhnliche Förderung der Scientia, die der Burggraf uns allwöchentlich zukommen ließ, vermissen werden, verabschieden wir uns nun voll Wehmut mittels dieser Zeilen aus Schillers Feder von unserem göttergleichen Kyburgerkönig, dem Hünen von Aarau und Herrscher im großen Stuhl – dem resignierten Burggrafen Wittwer v/o Goliat, dem wir – wie auch seinem Komitee – für seinen außerordentlichen Einsatz im vergangenen Semester im Namen der Verbindung zu Dank verpflichtet sind.
Nach einigen, ihm zur Huldigung dargebrachten Elegien konnte sich der BC, allem Abschiedsschmerz zum Trotz, auf eine Nachfolge einigen: In den Semesterferien führt Derendinger v/o Zorro die Kyburger, im Herbst wird er dem Neoburschen Pfeifhofer v/o Geminus das schicksalhafte Zepter übergeben. Zur Seite stehen dem jungen Burggrafen der neuen Ära dabei ein erfahrener Knappenmeyster, der sich mit frisch-jugendlichem Frohsinn der Vergößerung der Knappenschar widmen wird sowie Tribelhorn v/o Objektiv als Schatzmeyster und Vollenweider v/o Taifun als Kantzler. Allen gewählten Hoffnungsträgern wünschen wir – im Sinne der Verbindung – alles Gute!

FREUDE TRINKEN ALLE WESEN AN DEN BRÜSTEN DER NATUR / ALLE GUTE, ALLE BÖSEN FOLGEN IHRER ROSENSPUR

Und so schließt sich der gedankliche Kreis um die Wassernymphe herum, wenn wir uns im Spätsommer auf den Daseinszweck des Zentralvereins freuen: Das Zentralfest in Engelberg. Am Busen der Tiroler Natur laben wir uns bereits in dieser Woche, wenn wir unsere Freunde in Innsbruck für ihr 117. Stiftungsfest besuchen. Bis dahin wünschen wir allen Kyburgern und den ihnen Wohlgesonnenen erholsame, an Erfolgen und Festen reiche Semesterferien.

Tapfer und Treu!