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13.01.2016
Uetli

Karl Würth v/o Pfirsich

16.6.1924 – 28.8.2014

Karl Würth wurde am 15.Juni 1924 in Berneck, im Rheintal geboren. Sein Vater war der Kyburger Karl Würth v/o Spunt. Nach glücklichen Kindheitstagen begann der Ernst des Lebens mit dem Eintritt in die Klosterschule Engelberg. Nach zwei Jahren übersiedelte Karl ins Kollegium St.Maurice, um von klösterlicher Strenge zu etwas welschem Charme zu wechseln. Dabei sollte auch noch gutes Französisch erlernt werden. Dort trat er in die Penalverbindung Agaunia ein. Ein letzter Internatsabstecher galt dem Kollegium Schwyz, wo er als Suitianer 1944 die Matura bestand. Er betonte immer, dass seine Wechsel freiwillig erfolgten.

Nach Familientradition wählte er das Medizinstudium und zog für die vorklinischen Semester in die damals beliebte Studentenstadt Freiburg. In der akad. Verbindung Alemannia durfte er goldene Zeiten erleben und erhielt den Vulgo Pfirsich. Die Ursache des Namens konnte ich nicht erfahren. Für die klinischen Semester wechselte er an die alma mater Zürich. Es war selbstverständlich, dass er den Kyburgern beitrat.

Ein Auslandsemester in Paris lockte. Dank guten Französisch-Kenntnissen und harten Schweizer-Franken erlebte er mit Rudolf Keel v/o Puls unvergessliche Tage. Zurück in Zürich bereitete er sich auf das med. Staatsexamen vor, das er mit Glanz 1950 bestand.

Nach Erlangung des Doktortitels holte er sich an den Spitälern Rorschach, St. Gallen und Frauenklinik Basel Ausbildung und Erfahrung für eine eigene Praxis. Sein liebenswürdiges und charmantes Wesen machten ihn bei Kollegen, Patienten und weiblichem Spitalpersonal sehr beliebt.

1955 heiratete er Agnes Riedener und eröffnete ein Jahr später seine eigene Praxis in Widnau. Der Ehe entsprossen fünf Kinder.

Dank fundiertem Wissen und mitfühlendem Eingehen auf die Beschwerden und Sorgen der Patienten florierte die Praxis schon nach kurzer Zeit. Der Einzugsbereich erweiterte sich über die Grenzen des Wohnortes hinaus.

Als humorvoller und geselliger Mensch fand er rasch Zugang zu vielen Vereinigungen seiner Umgebung.

Musikalisch begabt gründete er den Musikverein Widnau und spielte mit Hingabe auf seinem Cello.

Ausgleich zur anstrengenden täglichen Arbeit bot ihm der Sport: Tennis und besonders Golf und Skifahren auf seiner geliebten Lenzerheide. Letztmals stand er noch mit 80 Jahren auf den Brettern.

Die Praxis übergab er seinem Sohn Roman. Anfänglich konnte er sein otium cum dignitate bei geistiger und körperlicher Frische geniessen. Hie und da übernahm er sogar noch Praxisvertretungen befreundeter Kollegen.

Im Rheintal, in der äussersten Ostschweiz wohnend, war es für ihn schwierig an den Anlässen der Kyburger teilzunehmen. Weihnachtskommers und Generalversammlung wurden wenn möglich, Zentralfest des STV immer besucht. Am 100-jährigen Jubiläum hat er trotz schwerer Behinderung in Kirche, Uni und im Albisgütli teilgenommen.

Schwere Schicksalsschläge trafen ihn in den letzten Jahren: der Tod seines Sohnes Diego, der Hinschied seiner geliebten Agnes. Am eigenen Körper eine teilweise Lähmung nach Halswirbelfraktur, Amputation der rechten Hand und Oberarmbruch links. Mit bewundernswertem Gleichmut hat er alles ertragen.

Nun durfte er am 28. August 2014 einschlafen.

Pfirsich, wir bewahren dir ein treues Andenken.


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