AKV Kyburger Zürich - Studentenverbindung an der ETH und Universität Zürich - seit 1912!
 

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15.02.2010
Igel

Anton Huonder v/o Storch
dipl. Bau-Ing ETH/SIA
16.04.1921 - 26.09.2009

Am Samstag, 26. September 2009 ist unser Farbenbruder An-ton Huonder v/o Storch nach kurzer Krankheit in der Klinik Be-thanien in Zürich verstorben. Damit hat ein langes, bewegtes und interessantes Leben seinen Abschluss gefunden. Mit dem Hinschied von Storch haben die Kyburger ein eigentliches Ur-gestein verloren.

Anton Huonder wurde am 16. April 1921 in Zürich geboren, wo er zusammen mit seiner jüngeren Schwester Margrit aufwuchs. Als Kleinkind liebte er Hunde über alles und wollte sich unbe-dingt einen Hund anschaffen. Doch seine Eltern waren strikte dagegen. Aus Trotz band sich Klein-Toni regelmässig an einem Tischbein an und ass ausschliesslich aus einem Hundenapf, was ihm den Übernamen „Naugeli“ eintrug.
Die familiären Wurzeln von Anton Huonder befinden sich in Di-sentis, und er war denn auch zeitlebens stolz auf seine bündnerische Heimat. So besuchte er nach Absolvierung der Primarschule in Zürich einige Jahre die Klosterschule Disentis. Da er jedoch, wie er auf seinem Blatt im „Goldenen Buch“ der Kyburger vermerkte, keine grosse Neigung für das Lateinstudium verspürte, wechselte er ins Kollegium Maria Hilf nach Schwyz. Dort hat er sich offenbar auch nicht wohl gefühlt; so kam es, dass er nach vier Jahren an eine Privatschule nach Zürich wechselte und dort seine Gymnasialstudien abschloss. Die angeführte Begründung, das Internatsleben habe ihm im Grunde genommen nie zugesagt, und er habe durch einen glücklichen Zufall die Gelegenheit bekommen, nach Zürich zu wechseln, trägt die typische Handschrift von Storch.

Nach Bestehen der Eidg. Matura im Sommer 1939 begann er an der ETH Zürich ein Studium als Bauingenieur, das er im WS1944/45 mit dem Diplom abschloss. In diesen Jahren trat er der AKV Kyburger bei, d.h. der einzigen Verbindung auf dem Platze Zürich, die für ihn in Frage kam, wie er sich ausdrückte. Hiezu bemerkte er auf seinem Blatt im „Goldenen Buch“: „Nun bin ich Kyburger und ich werde es bleiben aus Überzeugung“. In der Tat war Storch zeitlebens ein treuer Kyburger. Während seiner Aktivenzeit bekleidete er einmal die Charge des Aktuars und einmal war er auch Ball-X. Nach seinem Übertritt in den Altherrenverband wirkte er einige Jahre im Vorstand, zunächst als Aktuar und hernach als „Veranstaltungsminister“ (wie er sich ausdrückte).

Im Mai 1947 verheiratete sich Storch mit Martha Brunner; aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Peter und Thomas hervor. Sein Sohn Thomas ist seit vielen Jahren Verkehrsgast bei der AKV Kyburger.
Storch stellte auch im Beruf seinen Mann. Nach Abschluss des Studiums wirkte er während vieler Jahre am Institut Juventus und am Abend-Technikum Zürich, zunächst als Fachlehrer, ab 1945 als Vizedirektor und ab 1959 als Direktor. Im Jahre 1960 trat er als Partner ins Ingenieurbüro unseres vor zehn Jahren verstorbenen AH Josef Ganahl v/o Zar ein. Als sich Zar im Jah-re 1974 aus der Firma zurückzog und in den Ruhestand trat, übernahm Storch das Ingenieurbüro in eigener Regie. Bald einmal schaffte er sich einen Namen als Förderer und Entwick-ler in der Betonfertigbauweise, insbesondere für Silos sowie für Produktions- und Lagergebäude der Nahrungsmittelindustrie im In- und Ausland. Heute ist das Ingenieurbüro mit der Firmenbezeichnung „Huonder Engineering AG“ im Besitze seines Sohnes Thomas.
           
Für uns Kyburger bleibt Storch als treuer Farbenbruder und humorvoller AH in Erinnerung. Er besuchte unsere Anlässe bis ins hohe Alter mit grosser Regelmässigkeit. Vielen Kyburger-Freunden war er aber auch ein umsichtiger Gastgeber. Wäh-rend vieler Jahre durften verschiedene Verbindungsfreunde, insbesondere auch der Fuxenstall, Gastrecht auf seiner liebe-voll gepflegten Segeljacht „Sogno“ an der dalmatinischen Küste von Kroatien geniessen. Dabei hat er seinen Gästen nicht nur seine grosse Erfahrung als Hochseesegler vorgeführt, sondern sie auch auf seine Weise diszipliniert. Seine Freunde empfing er auch regelmässig in seinem markanten Bündnerhaus im Madernal bei Disentis. Mit Umsicht pflegte er dieses wunderschöne Anwesen, auf welches er sehr stolz war. Wenn es die Zeit erlaubte, reiste er in die Surselva, um auf seinem Anwesen zu werken und auszuspannen. Dort fühlte er sich wohl. Seine Gäste bewirtete er mit erlesenen Weinen und Bündner Spezialitäten aus der Region, derweil sein bereits verstorbener Freund Adolf Wetzel v/o Chutz die Gäste auf seiner Handharmonika unterhielt. Da Chutz jegliches musikalisches Verständnis fehlte, rüstete er diese Handharmonika mit einem tadellos eingebauten und ver-steckten Tonband aus, was niemand bemerkte.- In den letzten Jahren besuchte Storch öfters den StVer- und Unterländer-Stamm im Hotel Krone in Sedrun. Dort zeigte er sich als versierter Diskussionspartner und berichtete ausführlich über seine vielfältigen Erlebnisse während seines langen Lebens - stets ausgerüstet mit seiner Tabakpfeife oder einer Brissago. In seinem Haus an der Militärstrasse in Zürich stellte er unserer Aktivitas seit Jahren Wohnraum zu erschwinglichen Mietbedingungen zur Verfügung.

In seinen jungen Jahren gehörte Storch zu den sog. „Wilden“. Er war aber bis ins hohe Alter ein humorvoller Mensch und stets für derbe Scherze zu haben. Unvergesslich bleibt seine Lieblings-Produktion über den grossen Pianisten Schabrabovski, welche er im Frühjahr 1991 aus Anlass seines 70. Geburtstages im Belvoir in Rüschlikon mit seinen Freunden nochmals zur Aufführung brachte. Dabei ergriff Storch nach einem fürchterlichen musikalischen Auftritt des Pianisten, verbunden mit einem lautstarken Protest des Publikums, einen Vorschlaghammer  und schlug damit heftig auf das Abbruch-Piano ein, sodass sich zum Entsetzen der Gästeschar die weissen und schwarzen Tasten explosionsartig im ganzen Saal zerstoben.
Storch war ein passionierter Jäger und Porschefahrer. Einmal brachte er es sogar fertig, diese beiden Passionen auf dem Parkplatz vor dem Jagdschützenstand Embrach in Einklang zu bringen. Im Fahrzeug sitzend wollte er die Feinheit des Abzu-ges seiner Kugelflinte testen, als sich ein Schuss löste und das Dach seines Porsche durchschlug.       

Nun hat Storch endgültig von uns Abschied genommen. Wir wollen ihn in bester Erinnerung behalten. Er ruhe in Frieden.

Urs Broder v/o Igel


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