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06.08.2013
Woyzeck

Alexander Höchli v/o Funi

(09.08.1927 – 04.02.2013)

Funi, geboren am 09. August  1927, wuchs hier in Engelberg auf, besuchte hier die Primarschule und anschliessend das Gymnasium an der Klosterschule. Mit 19 Jahren bestand er 1946 die Matura nach dem damals 8-jährigen, richtigen Gymnasium mit Typus A, welches noch eine humanistische Bildung vermittelte. Während der Gymnasialzeit trat er im Jahre 1943 in die Angelomontana ein. Im Jahre 1944 wurde er in den StV aufgenommen.

Nach der Matura zog es ihn nach Zürich, wo er sich im WS 46/47 an der an der Universität immatrikulierte und volkswirtschaftlichen und iuristischen Studien oblag, aber auch in nachvollziehbar logischer Weise bei den Kyburgern um Aufnahme nachsuchte. Sein Biervater war Josef Schmidlin v/o Diavolo, der am 29. März 2005 verstorben ist. Funi wurde im 3. Sem. burschifiziert. Er blieb hier bis 1950 aktiv. Sein Studium verdiente er als Beamter der Swissair, deren Uniform er mit Stolz trug.  Damals war dies noch möglich. Er sei auch in Uniform am Stamm erschienen.

1950 trat er in Engelberg einer Kohlen- und Heizölhandlung als Kollektiv-gesellschafter bei, war zugleich in der Administration der Engelberg-Trübsee-bahnen tätig und übte während der Saison das Amt eines Croupiers im Casino und Kursaal von Engelberg aus. In der Zwischensaison besuchte er betriebswirtschaftliche Vorlesungen an der Uni Bern. In Bern trat er der Burgundia bei und wurde dort im SS 1951 ins Amt des Conseniors gewählt.

Von 1955 bis 1959 nahm er die touristischen Interessen der Schweiz im Büro der Schweiz. Verkehrszentale in Frankfurt/M und gleichzeitig jene der Schweiz. Bundesbahnen  in Deutschland und Kanada wahr. In diesen Jahren hat er auch auf dem ersten Schweizerischen Kreuzfahrtschiff "MS Arosa Sun" als Croupier gearbeitet. Dort ist er Frau Lucie Délèze begegnet, die er im Jahre 1957 ehelichte. Die Ehe dauert bis zum Tode, 56 Jahre lang. Aus ihr gingen 3 Kinder hervor, der Sohn Alex und 2 Töchter  Christine und Francine.  Es war ein harter Schlag für die Familie Funi, als die Tochter Francine1996 im Alter von 33 Jahren verstarb.

Im Frühjahr 1959 stieg Funi zum Adjunkten  der Engelberg-Trübsee-Bahnen auf. Im Herbst 1962 wurde er überdies Direktor des Kur- und Verkehrsverein von Engelberg, dem er zur grosser Blüte verhalf. Das Amt übte er bis 1968 aus.

Schon während der Gymnasialzeit war Funi in die Katholisch-Konservative Partei, heute CVP, eingetreten, auf deren Vorschlag er von 1961 bis zur Aufhebung dieser Institution im Jahre 1968 als Talrichter amtete. Von 1964 bis 1969 war er auch Gemeinderat von Engelberg.

Im Jahre 1971 übernahm Funi die Buchhandlung und Papeterie Hess an der Dorfstrasse, die jetzt sein Sohn Alex führt.

1972 erfolgte die Wahl in den Kantonsrat, als dessen Vizepräsident er im Amtsjahr 1977/78 waltete. Bevor er zum Präsidenten dieser  Behörde aufsteigen konnte, wurde er 1978 in den Regierungsrat gewählt. Dreimal, 1987, 1989 und 1991 erhob ihn das Volk an der Landsgemeinde mit Handerheben zum Landammann. 1992 trat er zurück. Er blieb aber kantonaler Delegierter der Schweizerischen CVP.

Als ich Funi einmal während seiner Regierungszeit fragte, ob er denn  gut regiere, dann antwortete er mir: "Wänn sie mich nur liässet."

Im Militär wurde Funi zum Fourier einer Kompagnie des Obwaldner Bataillons 47  befördert. Die genauen Jahreszahlen kenne ich nicht, aber immerhin, damals gab es in der Schweiz vielleicht nicht immer die beste, aber doch eine richtige Armee, in der sich Funi auszeichnete. Es muss in den 50er Jahren gewesen sein.

Im StV hat Funi noch bis zuletzt mitgemacht. Er besuchte regelmässig  den Stamm Leise in Luzern, den Regionalstamm der Innerschweizer - Kyburger. Auch am Regionalstamm der Burgunder in Luzern nahm er häufig und gerne teil. In den Jahren 1971 - 1982 war er Altherrenpräsident der Angelomontana, wo er seine Aufgabe wie in allen andern Ämtern ernst nahm.

Auch am Jubiläumsanlass in der Innerschweiz in Stansstad zum 100-jährigen Jubiläum der Kyburger im letzten Sommer nahm Funi noch rüstig teil

Funi galt als sehr volksverbunden, über die Kantonsgrenzen hinaus. Ich erinnere mich, dass ich ihn einmal von einer GV in Schwyz heimchauffierte. Von der Abfahrt an bis zum Ausgang des Fleckens Schwyz dauerte es mindestens ebenso lange wie nachher die Fahrt nach Engelberg. Alle paar Meter sah er wieder jemanden, dem er unbedingt "noch schnell" grüezi sagen musste.

In der Jacke seines stets blauen Anzuges, ein Identitätsmerkmal für Funi,  liess Funi viele Taschen hineinschneidern. In einer solchen trug er stets die Bundes- und die Kantonsverfassung mit sich, mit denen er in Diskussionen seinen Standpunkt zu untermauern wusste.

Für seine täglichen Fahrten an die Regierungsarbeit nach Sarnen benütze er die damalige Luzern-Stans-Engelberg-Bahn, obwohl er mir immer wieder versicherte, er sei im Besitze des Führerausweises, den er allerdings nie benützt hätte, worauf er stolz war. In der Bahn hatte er seinen festen Platz im Führerstand, wo er Akten studierte. Dieses Studium unterbrach er bei der Einfahrt des Zuges in einen Bahnhof, um die dort wartenden Fahrgäste mit freundlicher Geste zu grüssen. Er war ja schliesslich Verwaltungsrat dieser Bahn.

Im August letzten Jahres feierte Funi seinen 85. Geburtstag. Aus diesem Anlass wurde eine Geburtstagschrift zusammengestellt. Zahlreiche Gratulanten meldeten sich zu Wort. So schrieb beispielsweise der ehemalige Nidwaldner Regierungsrat, Ständerat und Bundesrichter Eduard Amstad, selbst über 90 Jahre alt:

"Während ich nicht mehr nachkomme, was alles sich ändert und vorgeht rings um mich, bist Du der starke Fels geblieben: ein treuer Freund, zuverlässiger Helfer, beredter Ambassador Eurer Äbtestadt Engelberg!"

Der jetzige Kurdirektor, Frédéric Füssenich, schrieb über ihn: "Mit Deiner unverwechselbaren offenen Art und Deinem immensen Wissen über die Geschichte bist Du eine Institution in Engelberg, und ich habe die Gespräche mit dir immer genossen."

Der damalige unmittelbare Nachfolger von Funi als Kurdirektor, Charles Christen, der schon vor der Übernahme des Amtes mit Funi zusammen-arbeitete, schrieb: "Alex hat geredet und ich habe geschrieben."

Ja, Funi redete gerne und gut. Für seine stets launigen Ansprachen erntete er viel Applaus. Wenn ich ihn vom Stamm Leise im Auto mit nach Engelberg nahm, dann dozierte er ohne Unterlass, bis er, von seinem Eifer ermattet,  in einen tiefen, nicht grad leisen Schlaf fiel.

So will denn auch ich meine Ausführungen beenden mit einem Zitat von Funi, mit dem er, immer als beredter Ambassor von Engelberg, seine Ansprachen abschloss: "Bliibet gsund und chömed zuenis."

Mario Vassalli v/o Woyzeck


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