AKV Kyburger Zürich - Studentenverbindung an der ETH und Universität Zürich - seit 1912!
 

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06.08.2013
Debatter

Alfred Otto Hochstrasser v/o Zahn

(18.5.1934 – 14.2.2013)

«Ich hatt’ einen Kameraden. Er ging an meiner Seite, als wär’s ein Stück von mir.»

Einer frühen Abmachung zwischen meinem lieben Freund Zahn und mir, wonach der Überlebende für den Nachruf am Trauerkommers zuständig sei, komme ich schweren Herzens aber gerne nach. Als Einstieg verwende ich die von Zahn verfassten Angaben im Goldenen Buch der Kyburger.

«Ich bin am 18. Mai 1934 in Luzern geboren, wo ich auch die Primar- und Kantonsschule besuchte. Matura Typus C im Jahre 1953. An der Uni Bern bestand ich die eidgenössische Ergänzungsmatura in Latein. An der Uni Fribourg das erste und zweite Prope. Hier verbrachte ich vier Semester bei den Staufern. Auslandaufenthalte in England, Frankreich und Italien gaben mir ein kleines Weltbild und Kenntnisse in den entsprechenden Sprachen. In Zürich widmete ich mich dem zahnärztlichen Studium, die Freiheit galt den Kyburgern. Trotzdem bestand ich das Komplementärexamen erst im zweiten Anlauf. 1958 war ich eidg. dipl. Zahnazt, kurz darauf auch Lt. der Sanität. Anschliessend Assistenzjahre in Privatpraxen und an der kantonalen Volkszahnklinik Zürich.1959 verheiratete ich mich mit Frl. Josy Weber von Schwyz, die mir in der Folge nach und nach drei Töchter schenkte: Esther, Beata und Brigitta.»

Im Goldenen Buch nicht erwähnt blieb –horribile dictu- die Mitgliedschaft in der Zofingia während der Kantonsschulzeit in Luzern. Nach dieser Jugendsünde und der Schlaufe bei den Staufern in Fribourg fand Zahn doch noch den sicheren Hafen bei der Akademischen Kommentverbindung Die Kyburger zu Zürich. Hier fühlte er sich vom ersten Tag an zuhause. Zahn wurde  zum hundertprozentigen Kyburger und StVauer, die täglich obligate Stammpräsenz belastete ihn nicht, sondern entsprach ganz seinen Erwartungen und hatte auf seinem Studiumverlauf keine Rückschläge zur Folge. So konnte er in einem Sommersemester die Charge des Aktuars übernehmen. Auch später, als AH, stellte sich Zahn der Verbindung zur Verfügung und verwaltete etliche Jahre die Kasse der Altherrenschaft der Kyburger. Die Devise Tapfer und Treu war für Zahn keine leere Hülse. Freundschaft war bei ihm gross geschrieben und Treue das tragende Element dazu. Auf Zahn konnte man sich verlassen. Im Jahre 1961 verstarb Zahns Freund und Couleurbruder Karl Blöchliger v/o Japs, Inhaber einer Zahnarztpraxis an der Lagerstrasse 4 in Zürich (Kreis Chaib). Dank der Vermittlung einiger Kyburger Altherren konnte Zahn sozusagen über Nacht die Praxis von Japs übernehmen und sofort weiterführen. Erstmals spürte er die Bedeutung einer Verbindung als  Lebensgemeinschaft. Die Assistentenzeit war damit zu Ende. Zahn war selbständig. Im gleichen Jahr holte er an der Uni Zürich den Doktorhut der Zahnmedizin. Auch im Militär stellte Zahn seinen Mann. Mit dem Grad eines Hauptmanns krönte er seine militärische Karriere, – nicht als ZAZ – sondern als Kommandant einer Sanitätskompanie. Chapeau! Nach rund 20 Jahren erfolgreicher Zahnarztpraxis in Zürich mit Wohnsitz in Rüschlikon drängte sich allmählich ein Wechsel auf. Obwohl in der schönsten Schweizer Stadt aufgewachsen, siedelte Zahn mit seiner Familie nach Schwyz über und konnte hier im Eltern-haus seiner geliebten Josy Einsitz nehmen. Hit dem Blick auf Hauptplatz, Kirche und Mythen war Zahn im Zentrum der Schweiz angelangt. Was kann man mehr wünschen. Um keinen etablierten Kollegen zu verdrängen, richtete Zahn seine Praxis im Nachbardorf Steinen ein, wo er auf eine dankbare Kundschaft stiess. Die Kyburgerpatienten reisten ihm nach und wurden mit Vorliebe in den Randstunden bedient, damit sie nach einer schmerzlosen Behandlung noch ein Bier mit Zahn geniessen konnten.

Die Assimilierung in Schwyz bereitete Zahn kein Problem, waren doch auf dem Platz genügend StVer, die ihn bereits kannten. Und der Regionalstamm der Suitia stand noch in voller Blüte. Zahn mied ihn nicht und war ein regelmässiger und gern gesehener Gast. Auch hier stellte er sich für einige Jahre dem Verein als Kassier zur Verfügung. Obwohl Zahn ein trinkfreudiger und trinkfester Bierliebhaber war, war ihm der «stille Suff» verpönt. Bier muss im Freundeskreis genossen werden, und wenn möglich nach K!-Komment! Der Freundeskreis blieb nicht nur auf den StV beschränkt, bald schloss sich Zahn der Güdelzistig Fastnachtsgesellschaft an und präsidierte sie von 1996 bis im Jahre 2000. Auch dem Männerchor Schwyz lieh er während mehrerer Jahre seine schöne Baritonstimme.

Zahn war kulturell und politisch sehr interessiert, das beweisen die häufigen Kunst-und Kulturreisen sowie die Vorliebe für Opernaufführungen, die er mit seiner geliebten Josy genoss.

Seit ihrer Verheiratung im Jahre 1959 lebten Josy und Zahn in einer harmonischen Ehe. Josy war eine tüchtige Hausfrau und eine besorgte Mutter, Die Erziehung der drei Töchter war vor allem ihr anvertraut.

Vater- und Grossvaterfreuden genoss Zahn am Töchterterzett. Die älteste Tochter, Esther, sorgte mit einem gemischten Kinderquartett, 2 zu 2, für die Sicherstellung der nächsten Generation und für Betrieb im obersten Stock im gleichen Haus an der Reichsstrasse 4.

Zahn war eine umgängliche Persönlichkeit. Bescheiden im Auftreten, intelligent, ein unterhaltsamer Gesprächspartner, witzig und schlagfertig. Auch in einer hitzigen Diskussion war er nie verletzend, konnte austeilen, aber auch einstecken. Hie und da blitzte der Schalk in seinem Auge. Feinde hatte er keine. Wozu auch?

Die Glocken der Kirche St. Martin läuten werktags und sonntags geradezu in Zahns Stube hinein. Zahn war ein überzeugter Katholik, kein Frömmler, aber tiefgläubig. Der Sonntag war im heilig, und das nicht nur wegen des anschliessenden Aperitifs im Wyssen Rössli. War sein starker Glaube der Grund, dass er seine heimtückische Krankheit, die ihn schon vor etlichen Jahren in den Griff genommen hatte, gottergeben und mit fast stoischer Ruhe trug, wohl hoffend, dass die intensive medizinische Betreuung ihn doch noch retten werde? Der Kampf gegen den Tumor war auf die Länge nicht zu gewinnen. Das Ende war programmiert. Zahn verstarb am 14. Februar in der ersten Stunde des Valentinstages.

Ich hatt’ einen Kameraden

Der Tod hat ihn mir weggerissen

Er ruhe im Frieden des Herrn

SIT TERRA LEVIS

Tapfer und Treu!

Christoph Spinas v/o Debatter


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