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30.11.2011
Duschter

Vita von Peter Bamert v/o Schweif, gest. am 19.11.2011

Am 2. Aug. 1950 erblickte Peter Bamert im Spital Wädenswil das Licht der Welt. Der Vater war Postangestellter, die Mutter betreute den Haushalt und die vierköpfige Familie. Er verlebte in Siebnen eine behütete, aber  strenge und wertorientierte Kindheit. Die schulischen Leistungen waren ermutigend, so dass er im Frühling 1963 in die Klosterschule Mariaburg in Näfels und weitergehend ins Kollegium St. Fidelis in Stans eintrat. Bei den Kapuzinern wurde ihm die humanistische Bildung mit den damals üblichen strengen Tagesabläufen vermittelt. Dort trat er der Struthonia bei, um das rigide und monotone Internatsleben aufzulockern. Damals trug er das Vulgo sweet. Im Jahre 1970 verliess er als maturus die Bildungsstätte in Stans und befasste sich mit der Wahl des Studiums. Er immatrikulierte sich an der medizinischen Fakultät in Zürich mit eher unklaren Berufszielen. Er wohnte wieder zu Hause, was aber allmählich zu einem unmöglichen Spagat führte. Er spürte das erste Mal Freiheit und Unabhängigkeit und lernte die Freuden des Lebens kennen. Die Vorlesungen an der Uni waren sehr fordernd, die Erholung suchte er am Stamm bei den Kyburgern. Im SS 1971 trat er als Fuxe den Kyburgern bei, die bei ihm zum Lebensmittelpunkt wurden. Sein Vulgo Schweif hat wohl mit seiner Interpretation des Lebens zu tun. An der GV in Brig lernte er die Tochter eines ortsansässigen Kyburger- AH kennen. Daraus entwickelte sich eine feste Beziehung. Schweif war nun vielen Kraftfeldern ausgesetzt: Neuer Schwarm, Elternhaus, Verbindung und Studium. Das 1. Prope wurde für ihn zum Fiasko. Der eingeschlagene Lebensweg forderte seinen Tribut. Er liess jedoch nicht locker und nach einigen Umwegen schaffte er das 1. und das 2. Prope. Im Jahre 1974 ehelichte er seine Freundin Nadette und wohnte fortan in Kilchberg. Die dort zelebrierten Feste sind legendär und unvergessen. Da Bruder, Cousin und Schwager von Nadette Zahnärzte waren und davon ordentlich lebten, entschloss sich Schweif, auch diesen Beruf zu ergreifen. Die weitere Karriere verlief ohne Knick; 1977 bestand er das Staatsexamen. Anschliessend arbeitete er 3 Jahre als Assistent in einer Praxis in Wollishofen. Die finanzielle Basis war jetzt breit genug, um die Familie zu vergrössern. Stephan wurde am 30.Dezember 1978 geboren, worauf Nadette ihre Erwerbstätigkeit aufgab und in der Mutterrolle aufging. Schweif schätzte seine Praxisreife als genügend ein und schaute sich nach einer eigenen Existenz um. Gleichzeitig schüttelte er eine Dissertation in gerade nur 3 Monaten aus dem Ärmel. 1980 eröffnete er eine moderne Praxis in Bremgarten. Im gleichen Jahr betrat der 2. Sohn Florian die Bühne der Welt und 1982 folgte der letzte Sohn Matthias. 1985 baute er sich in Zufikon ein grosszügiges und exklusives Wohnhaus, der Mittelpunkt unzähliger Feste und lukullischer Höhepunkte. So wie es aussah, waren alle irdischen Ziele erreicht und einer harmonischen Entfaltung des Lebensglücks stand nichts mehr im Wege. Das Schicksal nahm jedoch einen anderen Verlauf. Die Gemeinsamkeiten von Nadette und Schweif wurden immer weniger, alle Therapien zur Gesundung der Beziehung schlugen fehl und es kam zum Bruch. Schweif litt schwer unter dem Verlust der Ehefrau, wie auch unter dem ungerechten Besuchsregime seiner Kinder und den aufgebürdeten finanziellen Lasten. Nach bewältigter Krise wandelte er wieder auf Freiersfüssen und lernte in der Folge Frau Mägi Richterich kennen, die 1993 mit einer Tochter bei ihm einzog. Wenn auch keine Eheschliessung mehr erfolgte, so sorgte Schweif auch in schlechten Tagen fürsorglich für sie. Sie war es auch, die in der Stunde des Todes seine Hand gehalten hat.

Schweif war ein fleissiger Schaffer, bei einer 40 Stundenwoche gönnte er sich gerade mal 4 Wochen Ferien jährlich. Er fand dennoch Zeit, für sein geliebtes studentisches Ideal div. Ämter auszufüllen. Er veranstaltete mehrere denkwürdige Bälle, so an der GV 81 in Bremgarten und am 75 jährigen Jubiläum der Kyburger. 1987 erfolgte die Berufung in den Vorstand der Kyburger, zuerst für 3 Jahre als Aktuar, dann 6 Jahre als Kassier. Der letzte Satz aus dem goldenen Buch, verfasst im Mai 2010, lautet:“ Mein Rückzug aus dem Berufsleben ist, wenn Gott  es will, meine Gesundheit  es erlaubt und genügend finanzielle Mittel gescheffelt sind, im Jahre 2015 vorgesehen. Ich hoffe sehr, dannzumal noch einige Jahre in Saus und Braus erleben zu dürfen“. Dieser Wunsch blieb ihm versagt, er verstarb in den Morgenstunden des 19. Nov., begleitet von seiner Lebensgefährtin Mägi .

Erlauben Sie mir noch ein paar persönliche Gedanken zur vita von Schweif. Sein Leben war von Lebensfreude geprägt, aber allzu kurz. Dennoch hat er bei den Kyburgern unverwischbare und bleibende Spuren hinterlassen. Von unseren Leitmotiven virtus-scientia-amicitia war er sicher dem letzteren am meisten verpflichtet. Er war ein begnadeter Organisator; seine von ihm durchgeführten Anlässe bleiben unerreicht. Er hatte ein grosses Herz und teilte seinen Wohlstand uneingeschränkt mit seinen Lebensfreunden. Mit Schweif verlieren wir einen charmanten und unterhaltsamen Zeitgenossen, der sein Kyburgerdasein mit barocker Lebensfreude genoss und andere daran teilnehmen liess. Am 24.Juni 2011 verliess er seine Praxis, um anschliessend nach Spanien in die Ferien zu fahren. Drei Tage später trug er bereits ein Spitalhemd, ein jäher und unaufhaltsamer existentieller Abstieg begann, aus dem es kein Entrinnen mehr gab. Schweif hat sein Kreuz getragen, ohne zu hadern, entsprechend unserem Leitspruch: Tapfer und Treu!

Nun, leb wohl, lieber Schweif, wir werden Dein Andenken in Ehren halten. Dixi.

Armin Meier v/o Duschter


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