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29.11.2011
bijou

Dr. med. dent. Hans Heinz Zwimpfer v/o Bär

06. 10. 1923 – 13. 11. 2011

Es ist nicht ganz leicht, auf das Leben meines 1923 geborenen und damit ältesten Bruders zurückzublicken. Als um fünf Jahre jünger und zudem als Jüngster habe ich doch jahrelang zu ihm aufgeblickt. Nach seinem plötzlichen Tod am 13. November 2011 versuche ich, ihn vorab aus mitstudentischer Sicht etwas nachzuzeichnen.

Die drei jungen Zwimpfer (Hans, Walter, Beat) waren in den Dreissigerjahren des vergangenen Jahrhunderts im noch überschaubaren Prophetenstädtchen Aarau insofern fast ein Begriff, als man sie zumeist zusammen und in gleicher Kleidung traf. Dass die Eltern zwei Bugattis besassen, ver-mochte den Bekanntheitsgrad der Familie noch zu erhöhen.

In den vierziger Kriegsjahren treffen wir die drei Buben mit schwarzer Soutane und Zingulum im Kloster Engelberg, wo sie das damals achtjährige Gymnasium besuchen. Sie nächtigen in den jüngeren Jahren in der gleichen Schlafzelle, wo Hans auf einer Riesenkarte den aus einem kleinen Detektor gehörten Verlauf der Fronten des 2. Weltkrieges mit Stecknadeln festhielt. Hans besteht 1944 die A-Matura, nachdem er zuvor noch die Sanitäts-Rekrutenschule in Basel absolviert hatte. Er war schon damals entschlossen, in die zahnärztlichen Fusstapfen seines Vaters zu treten. Unmittelbar nach der Matura muss er in sie Sanitäts-Unteroffiziersschule einrücken.

Schon 1941 war er als Fux in die Angelomontana eingetreten und erhielt dort das Vulgo Bär, das ihm fürderhin bleiben sollte. 1942 wurde er auf dem Monte Generoso in den Schweizerischen Studentenverein aufgenommen.

Seine beiden ersten medizinischen Propädeutika besteht er an der Universität Freiburg, wo er mit ein paar Engelberger Kollegen zusammen der Fryburgia beitritt.

1947 erfolgt der Übertritt an die Alma Mater Turicensis und damit der Eintritt bei den Kyburgern, „zu denen er - wie er in seinem damaligen Lebenslauf schrieb - nicht nur traditionsgemäss seinem Vater AH Hansli gegenüber, sondern auch seinem ganzen Wesen nach gehörte.“

Auch sein jüngerer Bruder Walter v/o Plato war zu jener Zeit bereits Mitglied der Kyburger.

Aus heutiger Sicht würde man Bär als einen „Hurra-Kybur-ger“ bezeichnen, der voll dran und drauf war und sich dann auch als überzeugter und überzeugender Burggraf bewährte. 1950 besteht er das Staatsexamen als Zahnarzt und 1953 doktoriert er an der Uni Zürich.

Doch inzwischen wusste er auch die bald bekannt werdenden Liebesbande mit Claudine Salzmann zu knüpfen.

Der abendliche Stamm im damaligen St. Peter wurde darum des öfteren ins Seefeld verlegt, wo die Kyburger ein offenes und gastfreundliches Haus bei den Eltern Salzmann fanden. Der Besitz eines vom Schwiegervater geschenkten BMW-Roadsters machte Bär zudem zum beliebten Ausfahrtskumpel.

Bär heiratet 1951, und aus der Ehe entsprossen vier Kinder.

Er übernimmt nach verschiedenen Assistenzstellen 1959 die zahnärztliche Praxis von AH Hansli in Aarau und führt sie bis 1986. Er war ein fachlich gewandter und ein ob seiner Umgänglichkeit bei den Patienten sehr beliebter Zahnarzt. Sein berufliches und persönliches Leben waren von Offenheit, Geradheit und grossem Verantwortungsbewusstsein geprägt.

Militärisch führte die Karriere des überzeugten Sanitätsoffi-ziers zur Funktion eines Adjutanten, die er als Major in einem Spital-Regiment bekleidete. Seinen Militärkameraden hielt er die Treue bis ins hohe Alter.

Eine bleibende Zäsur im glücklichen Leben von Bär und seiner Gattin Claudine war der Verlust ihrer ältesten Tochter Monika, die im jugendlichen Alter von 14 Jahren einem Krebsleiden erlag. Der Schock führte dazu, dass das ehemals so gastfreundliche und offene Ehepaar sich mehr und mehr von Freunden und Bekannten zurückzog. Das war denn auch der Grund, dass man Bär in späteren Jahren kaum mehr an Anlässen der Kyburger sah. Er hielt sich aber über die Einladungen und Jahresberichte weiterhin auf dem laufenden und freute sich am Gedeihen seiner Verbindung.

Im Jahre 1989 starb kurze Zeit nach seiner Pensionierung als Kantonsschullehrer in St. Gallen der 1924 geborene Bruder Walter v/o Plato an einer langwierigen Muskellähmung.

In den letzten Jahren machte Bär ein Lungenemphysem zu schaffen, das ihn in seiner Bewegungsfreiheit immer mehr einschränkte. Ein plötzlicher Herzstillstand wurde damit zur Erlösung von seinem Leiden.

Nun ist er heimgegangen, „...und es blieb der Dritte alleine in dem öden Jubelgemach.“ Leb wohl, lieber Bruder!


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