AKV Kyburger Zürich - Studentenverbindung an der ETH und Universität Zürich - seit 1912!
 

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15.11.2011
Bestimmt

Dr. Josef Vonarburg v/o Dänkmal ist nicht mehr. Sein Tod, Folge einer heimtückischen, unheilbaren Krankheit bewegt uns heute tief. Ich versuche hier sein couleurstudentisches Leben kurz Revue passieren zu lassen.

Dänkmals Leben, Denken, Handeln war von verschiedenen positiven Vorgaben geprägt. Da erscheint einerseits der Einfluss seines geradlinigen, grosszügigen und offenherzigen Vaters und seiner freundlichen, warmherzigen Mutter. Anderseits wurde Dänkmal durch die Pfadfinder und später durch den Militärdienst zu einer nachhaltigen und disziplinierten Lebensart erzogen. Schon als Pfadfinder und später als Offizier wurde er zu einer überzeugenden, mitreissenden Persönlichkeit entwickelt. Trotz dieser für heutige Verhältnisse eher härteren Lebensschulung kam die Lebensfreude keineswegs zu kurz. Dänkmal war den Freuden des Lebens keineswegs abgeneigt. Es zeigte sich immer wieder Schalk und Humor in seinem Reden, Verseschmieden und Handlen. Er wirkte allenthalben ansteckend, motivierend, fordernd, fördernd.

So verwundert es nicht, dass Dänkmal 1956 als junger Gymnasiast in Luzern, der „Leuchtenstadt“, der dortigen Gymnasialsektion des Schweizerischen Studentenvereins, Semper Fidelis beitrat. „Heil Dir Stadt am Seegelände, Schweizerlandes schönster Stern, Deines Schöpfers Gnadenspende, grüss dich Gott mein lieb‘ Luzern“, war eines seiner Lieblingslieder aus dem Cantusprügel. Er bewährte sich dort als Fux und Bursche und gewann schnell viele neue Freunde. Er diente der Semper Fidelis nicht nur als aktives Verbindungsmitglied, sondern auch als Consenior.

Nach der Matura und dem damals üblichen folgenden Militärdienstmarathon schrieb sich Dänkmal als Student der Naturwissenschaften (Chemie) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule ETH in Zürich ein. Kurz danach trat er als Fux der akademischen Kommentverbindung Kyburger bei. Anlässlich eines Konsultativbesuchs hatte er am Stamm der Kyburger mehr oder weniger repräsentative und akzeptierbare Exemplare der Gattung Kyburger studiert und dank der mehrheitlich positiven Beobachtungsbilanz entschieden: diesem Korps kann vertraut werden.

Dänkmal ward ein grossartiger Kyburger. Seine ererbte Geradlinigkeit, seine Warmherzigkeit, seine Fröhlichkeit und sein ausgeprägter Kameradschaftssinn wurde sehr geschätzt. Seine Disziplin und seine Verschmitzheit, sein Ordnungssinn und seine Führungspersönlichkeit waren in der Folge Anlass, ihm verschiedene Chargen anzuvertrauen. Er wurde Knappenmeyster, Burggraf und während einer langen Sommerferienzeit Ferienkommissär, wo er unter anderem für die Organisation der GV-Aktivitäten der Verbindung zuständig war. A propos Organisation: Dänkmal amtete auch als Ball- und Junifahrts-Delegierter, allwo er sich das Wohlwollen der Altherren und des Verbindungsdamenflors verdiente. Scherbe, sein Leibbursche und „Biervater“ soll sich bei Gelegenheit stets mit Stolz über seinen „läbigen“ und aktiven „Biersohn“ geäussert haben. Trotz „erblicher“ Vorbelastung hat sich durch die Führung Dänkmals selbst der aus Freiburg nach Zürich gezogene „Ehrenleibfuxe Achermann v/o Gschtalt bei den Kyburgern gut und dito erzogen eingeführt.

Dänkmal war ein Musterkyburger und Stver. Wir haben ihn als frohen, warmherzigen, humorigen aber auch ernsthaften, disziplinierten Lebensfreund kennen und lieben gelernt. So verbleibt er in unserer Erinnerung. Sein Tod hat uns nachdenklich gemacht. Wir trauern um ihn und mit seiner Familie.

Ich schliesse meine vielleicht unvollständigen und Dänkmal kaum gerecht werdenden Worte mit ein paar Abschiedsversen:

Lieber Freund und Farbenbruder!

Wir stehen still an Deinem Grab,
Versuchen zu verstehen.
Was ist Dir denn geschehen?
Du tratst zu früh vom Leben ab!

Oh, weine, Seele, weine!
Im Innern herrscht die Nacht.
Die Tränen rinnen sacht.
Wir fühlen uns alleine.

Der Abschied schmerzt so sehr.
Dein Lebenslichtlein ist erloschen,
Dein Lebenswerk schon abgeschlossen.
Ach Bruder, bist nicht mehr!

Du gingst hinweg, Dein Stuhl ist leer.
Viel hätten wir noch sagen wollen,
In alter Freundschaft teilen sollen.
Der Druck der Bringschuld wiegt so sehr.

Wir werden Dich im Herzen tragen,
Als Mann mit Seele und Verstand
Und, was uns lebenslang verband,
Als Freund in guten und in schlechten Tagen.


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