AKV Kyburger Zürich - Studentenverbindung an der ETH und Universität Zürich - seit 1912!
 

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15.11.2011
Nass

Dr.oec.publ. Alex Allenspach v/o Sais (* 24. 9. 1931 / + 26. 5. 2011)
Würdigung von Sais anlässlich des Totensalamanders am 3. Juni 2011 im HOF zu Wil

Die Freude an Zahlen, an Zahlendifferenzen, an Prozentzahlen wurde Sais in die Wiege gelegt. Einige Meter östlich von hier ist er aufgewachsen im „Steinhof“. Der Vater Schweinehändler, die Mutter Wirtin der gepflegten Gaststätte, in der eine grosse, silbrig-glänzende “National“-Registrierkasse stand.

Folgerichtig kam Sais ins Kollegium „Maria Hilf“ zu Schwyz. Nach bestandener Handelsmatura folgte das Lizentiat in Nationalökonomie an der HHSG, dann an der Universität Zürich das Doktorat, der Titel seiner Dissertation: „Die Organisation der Steuerveranlagung und des Steuerbezugs im Kanton St. Gallen“. Dieser geradlinigen Berufsausbildung, die wohl gespickt war mit Praktika und einem Studentenaustausch in Finnland, folgte die erfolgreiche berufliche Laufbahn. Nach Stationen beim Steueramt Zürich und bei der „National Treuhand“ gründete er das eigene Treuhandbüro „TREHAG Treuhand St. Gallen AG“ in St. Gallen. Treuhänder war Sais mit Leib und Seele. Ein Initiant und Macher vieler Objekte wie z.B. der Autobahnraststätte Thurau AG, der Sportbahnen Atzmännig usw.

1961 heiratete Sais Beatrice Grüebler (meine Cousine). Mit den Kindern Patrizia, Rolf, Monika war er glücklich, seine Familie galt ihm alles, sie war ihm erste Priorität in seinem Leben. Seinen Kindern gab er einen grosszügigen Freiraum, freute sich, wie sie diesen Freiraum nutzten und war stolz zu sehen, was sie daraus machten.

Sein Hobby Reisen war so typisch für ihn: Neues zu sehen, Neues zu erleben und zu entdecken und diese neuen Eindrücke dann still für sich zu geniessen. Und weil der Dollarkurs schon früher hie und da günstig war, lohnte es sich für ihn, für die Weihnachtseinkäufe nach New York zu fliegen. In St. Petersburg erlitt er den Hirnschlag. Trotz der körperlichen Restbeschwerden, das Reisefieber blieb. So ging es auch noch mit der ganzen Familie, inklusive den Enkeln, auf zwei grosse Kreuzfahrten.
 
Sais’ couleurstudentisches Leben begann im Kollegium Schwyz bei der Suitia. Dort bekam er das Vulgo Sais, dieses behielt er bei den Bodanern. Bei der Bodania war er Fuchsmajor.  Wahrscheinlich war er ein gutmütiger Fuchsmajor, sicher war er aber ein grosszügiger Fuchsmajor, war es doch seine Spezialität, den jungen noch unerfahrenen Kommilitonen Schnapsrunden zu spendieren. Legendär aus dieser aktiven Zeit sind die nicht endenwollenden Differenzler-Nachmittage im eingeschworenen Kreis seiner Bodanerjasskollegen im Café Amacher in St. Gallen.
 
Auch hier in Wil bei der Corona Wilensis hatte er seine Jasskollegen. Im Wilden Mann, am Tisch mit der Ofenbank, wurde gespielt. Hier erlebte Sais sein grösstes Finanzdebakel. Es wurde scharf gespielt, die gewonnenen Beträge einem recht grossen, tönernen Glücksschwein anvertraut. Dieses Schwein, in der Vorfreude auf eine grosse Jassreise, wurde immer kräftig geschüttelt und dann bis zur nächsten Runde auf den Kachelofen gestellt. Als das Schwein vollgestopft war und nach Sais’ Berechnungen das Geld für eine Reise mindestens bis zum nächsten Kulturraum reichen würde, wurde das Schwein zerschlagen, und ... alles Papiergeld war dank dem steten freudigen Schütteln zur Unkenntlichkeit zerbröselt. Das Münz reichte gerade noch für einen Ausflug nach Brunau.
 
Für sein Doktorat kam Sais nach Zürich. Dort trat er den Kyburgern bei, wo er alte Bodanerfreunde fand und trotz fehlender Kyburger-Fuxen-Grundausbildung ein echter Kyburger wurde. Er war immer präsent, nahm rege am Verbindungsleben teil. Am Stammtisch fiel er durch fast demonstrativ unauffälliges Verhalten auf. Genüsslich beobachtete er den Stammbetrieb. Er hörte aktiv zu, schwieg, schwieg lange und platzierte im günstigen Augenblick einen träfen Kurzkommentar, den er zurücklehnend mit einem breiten, verschmitzten Lächeln quittierte.
 
Als AH besuchte er, wenn immer es ihm möglich war, die Anlässe. An Versammlungen wie  GVs oder Genossenschaftsversammlungen war er kein Redner. Ich kann mich nur an zwei Voten von ihm erinnern, das eine war die Warnung vor der Event-Gastronomie und das andere, als erstmals schwarze Zahlen in der Genossenschaftsabrechnung auftraten: Abzahlen, Abzahlen. Sais fühlte sich im Kreis seiner Couleurfreunde wohl. Er liebte die Verbindung. Hier waren seine Freunde. Dass Tochter Patrizia einen Kyburger und Bodaner, Adam v/o Spruch, heiratete, war für ihn eine riesige Freude. Dem jungen Corona Sangallenser Fuxen Adam v/o Rubix couleurstudentische Ratschläge zu geben, wäre für den Grossvater sicher das Schönste gewesen. Dass sein Sohn Flex Kyburger wurde und im kommenden Jahr am 100 jährigen Kyburgerjubiläumsfest Fahnenpate der neuen Kyburgerfahne sein wird, dies hat ihn emotional ganz tief, tief gefreut.
 
Als nach dem Hirnschlag für Sais alles beschwerlicher wurde, chauffierte ihn seine Frau Beatrice an jeden gewünschten Verbindungsanlass. Noch vor 14 Tagen traf er sich mit 3 treuen Bodaner-Kyburger-Philistern im „Schweizerhof“ in Zürich zu einem gediegenen Mittagessen. Was wäre die Verbindung ohne die ruhigen, treuen, stets bereiten Mitglieder? Sais, Du hast auf diese, auf deine Art, unserer Verbindung viel gegeben.

Wir danken Dir.

Werner Brändle v/o Nass, AKV Kyburger


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